Die schwere Sepsis wird in ihrer Häufigkeit, ihrer Bedrohlichkeit und der daraus resultierenden Kostenbelastung für die Gesellschaft noch immer unterschätzt. Neue innovative Therapieansätze sind erforderlich, um die Behandlung der Sepsis erfolgreicher zu machen.
Wie zu erwarten ist die apodiktische Aussage des Titels nur Teilwahrheit, aber eine gewichtige, weil es in der Hand des Intensiv-Teams liegt, den "second hit" beim Patienten mit Sepsis durch täglich hohe Arbeitsqualität zu verhindern.
Für viele Intensivmediziner sind die wesentlichen Behandlungserfolge bei schwerer Sepsis durch die Rückbildung hämodynamischer, pulmonaler und renaler Organdysfunktionen definiert.
2004 ist erstmals eine international breit konsentierte Leitlinienempfehlung zur Behandlung publiziert worden [Dellinger et al Intensive Care Med 2004; 30:536].
Typisch für Patienten mit Sepsis ist ein Aktivierungszustand des Gerinnungssystems (Abb. 1), der anhand von Aktivierungsparametern wie beispielsweise D-Dimer-Antigen, erfasst werden kann.
Unter physiologischen Bedingungen üben Endothelzellen eine Reihe von Funktionen aus, die für den Erhalt der Homöostase von Bedeutung sind: Hierzu gehört die Hemmung der Blutgerinnung, die Koordination der Migration von Zellen aus dem Blut in das Gewebe, die Expression endothelialer Adhäsionsmoleküle, die Synthese chemotaktisch wirksamer Zytokine und Chemokine sowie die Regulation der Mikrozirkulation und der Gefäßpermeabilität.
Die Entwicklung eines Multiorgandysfunktionssyndroms (MODS) ist eine häufige Komplikation bei Patienten mit schwerer Sepsis bzw. septischem Schock. Dabei ist die Sauerstoffverfügbarkeit des kardiorespiratorischen Systems eingeschränkt.
Lipidmediatoren ("Eicosanoide") sind Mediatoren, deren Vorstufen in nahezu unbegrenzter Menge als Strukturbestandteile der Zellmembranen in Form von Lipiden und letztlich Fettsäuren vorliegen.
Nach den Erhebungen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützten Kompetenznetzwerkes Sepsis (SepNet) erkranken in Deutschland pro Jahr 75.000 Einwohner an einer schweren Sepsis bzw. septischem Schock und 79.000 an einer Sepsis.
Diese und ähnliche Fragen sind derzeit Gegenstand einer intensiven Diskussion aufgrund der ansteigenden Inzidenz der Sepsis und deren hoher Letalität. Trotz evidenter Fortschritte in der Sepsistherapie stellen sich die Kosten für die Behandlung der Sepsis in einer volkswirtschaftlich beachtlichen Größenordnung dar und belaufen sich auf ca. 1,0-2,2 Milliarden.
Bis vor einigen Jahren gehörte die Substitution von Antithrombin zur Standardtherapie bei Patienten mit schwerer Sepsis. Dies geschah unter der Vorstellung, dass bei der Mehrzahl der Patienten mit schwerer Sepsis eine disseminierte intravasale Gerinnung (disseminated intravascular coagulation, DIC) vorliege und diese wesentlich an der Entstehung des Sepsis-induzierten Organversagens beteiligt sei.
Fast selbstverständlich gehen wir davon aus, daß der septische Schock "nur" ein Kreislaufschock ist.
Auf Initiative der "Surviving Sepsis Campaign" (SSC) wurden 2004 Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Sepsis erarbeitet [Dellinger RP; Crit Care Med 2004; 32:858], mit der Zielsetzung, die Letalität innerhalb von 5 Jahren um 25% zu reduzieren [Slade E,; Critical Care 2003; 7:1].
Die Deutsche Sepsisgesellschaft empfiehlt, in Anlehnung an die Empfehlungen des International Sepsis Forum und der Surviving Sepsis Campaign, in der S2-Leitlinie zur Diagnose und Therapie der Sepsis die Applikation von niedrig dosiertem Hydrocortison (ndHC) in einer Dosierung von 200-300 mg/Tag als adjunktive Therapie bei Patienten mit septischem Schock (Reinhart K et al., Internist 2006, 55:43).
Wenn eine Sepsis durch Organdysfunktionen kompliziert wird (schwere Sepsis), dann ist die Entwicklung einer hämodynamischen Instabilität ein häufiges Problem. Durchschnittlich 65,3% dieser Patienten werden mit Vasopressoren behandelt (Engel C, Intensive Care Med 2007; 33:606).
Das akute Nierenversagen (ANV) ist durch einen akuten und signifikanten Abfall der glomerulären Filtrationsrate charakterisiert. Bei kritisch kranken Patienten ist es eine häufige und gefürchtete Komplikation, welche zu einer erhöhten Sterblichkeit der Patienten führt (Schrier RW; N Engl J Med 2004; 351:159).
Die Sepsis ist eine der häufigsten Ursachen der respiratorischen Insuffizienz (RI) bei Intensivpatienten. Da gerade septische, beatmungspflichtige Patienten häufig ein akutes Lungenversagen (ALI/ARDS) entwickeln, ist es von entscheidender Bedeutung, dass bei diesen Patienten eine optimale Beatmungstherapie durchgeführt wird.
Die Ernährungstherapie septischer Patienten ist ein wesentlicher Bestandteil der supportiven intensivmedizinischen Behandlung. Im Sinne eines septisch bedingten Organversagens weisen diese Patienten häufig eine Störung der Darmfunktion mit erhöhter Permeabilität und geminderter Motilität auf.
Grundvoraussetzung der Sepsistherapie ist die erfolgreiche Sanierung des zugrunde liegenden Infektionsherdes. Neben der chirurgischen Herdsanierung ist die Wahl einer adäquaten antimikrobiellen Therapie für den Verlauf der Erkrankung entscheidend.
Das Kompetenznetz Sepsis hat im Jahr 2003 bundesweit eine repräsentative Querschnittstudie durchgeführt, um erstmals verlässliche Daten zur Häufigkeit und Mortalität der schweren Sepsis und des septischen Schocks in Deutschland zu generieren [Engel C, Brunkhorst FM, Bone HG, et al, Intensive Care Med 2007; 33:606].
Trotz - und gerade wegen - aller Fortschritte der modernen Medizin stellt die Sepsis weltweit eine immer größere Herausforderung an die Medizin und das Gesundheitssystem dar.
Seit Mitte des vorletzten Jahrhunderts gilt Selen als essentielles Spurenelement. K. Schwarz und Mitarbeiter konnten im Tierversuch zeigen, dass Vitamin E durch Selen in der Nahrung ersetzt werden kann, um oxidative Organschäden zu vermeiden.
Der Patient im septischen Schock benötigt Volumen – schnell und in ausreichender Menge (Rhodes A; Intensive Care Med 2017; e-pub).
Die Hämodynamik von Patienten mit septischem Schock ist durch eine Kombination von teils profunder Vasoplegie, Hyporeaktivität auf Katecholamine und myokardialer Dysfunktion gekennzeichnet.
Mal Hand aufs Herz – wie häufig standen Sie schon am Bett eines Patienten im schwersten septischen Schock mit Multiorganversagen und höchster Katecholaminpflichtigkeit und
Nach zahlreichen kleineren Studien brachte der multizentrische VAsopressin in Septic Shock Trial (VASST) erstmalig Klarheit über die Outcomeeffekte von Arginin Vasopressin (AVP) im septischen Schock (
Die septische Makro-Hämodynamik bei Erwachsenen ist u. a. gekennzeichnet durch eine Vasodilatation und eine kompensatorische Erhöhung des Herzzeitvolumens (HZVs).
Die Vorstellung, dass Sepsis, schwere Sepsis und septischer Schock einzelne Stadien eines kontinuierlichen Krankheitsprozesses darstellen, beherrscht seit Einführung der Sepsis-Definitionen im Jahre 1991 die Lehrbücher und ist weit verbreitet (Bone RC; CHEST 1992; 101:1644).
„... und als Bettvorleger gelandet“ – ja das scheint keineswegs übertrieben, was die Veröffentlichung der neuen Sepsis-Definitionen betrifft.
Inflammation ist eine physiologische Reaktion auf die Störung der körperlichen Integrität durch Infektion und Trauma. Beginn und Aufrechterhaltung der Inflammation bringen eine komplexe Interaktion pro- und antiinflammatorischer Zytokine mit sich.

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