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Presseinformation AOP Orphan Pharmaceuticals GmbH

23. Oktober 2024

 

Neue ESC & EACTS 2024 Praxisleitlinien VORHOFFLIMMERN – was hat sich für das AKUT – Setting geändert?

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Nach 4 Jahren wurden am 30. August 2024 von der ESC die europäischen Leitlinien zum Management des Vorhofflimmerns (VHF) in Zusammenarbeit mit der EACTS (European Association for Cardio-Thoracic Surgery) unter besonderer Mitwirkung der European Heart Rhythm Association (EHRA) aktualisiert und von der Europäischen Schlaganfall-Organisation (ESO) befürwortet.

VHF ist weltweit die häufigste Herzrhythmusstörung mit einer geschätzten globalen Prävalenz von 60 Millionen Menschen im Jahr 2019. Aufgrund der alternden Bevölkerung wird eine Verdopplung der VHF-Prävalenz bis zum Jahr 2060 angenommen. VHF ist mit einer hohen Mortalität und enormen Gesundheitskosten verbunden. Neben den bekannten Risiken, wie Schlaganfall und Herzinsuffizienz, ist VHF auch mit subklinischen zerebralen Schädigungen assoziiert, die zu kognitiven Beeinträchtigungen und vaskulärer Demenz führen können.

ESC 2024 - Der neue patientenzentrierte Therapie-Ansatz: CARE

In der neuen ESC-Leitlinie VHF wurde als wesentliche Innovation der neue patientenzentrierte Ansatz CARE implementiert. Um die Patientenaufklärung und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu verbessern, wurde zeitgleich mit der ESC-Leitlinie auch eine Patienten-Leitlinie VHF publiziert.

Das neue patientenzentrierte und ganzheitliche Konzept CARE besteht aus 4 Komponenten und wurde entwickelt, um die optimale Versorgung von Personen mit VHF zu gewährleisten, unabhängig von Geschlecht, Ethnie, Sozioökonomie und anderen Faktoren.

Vorhofflimmern im AKUT – Setting

Neben dem häufigen Auftreten in der kritischen Erkrankung ist akutes Vorhofflimmern (AF) nach einem chirurgischen Eingriff weit verbreitet und tritt bei nicht herzchirurgischen Eingriffen in 3 bis 16 % der Fälle auf, bei herzchirurgischen Eingriffen sogar in 64 % der Fälle. Die Eindämmung und Behandlung von akutem Vorhofflimmern sind wichtige klinische Überlegungen, da es mit einem längeren Krankenhausaufenthalt, höheren Raten von VHF-Rezidiven, Morbidität, Mortalität und Kosten verbunden ist.

POAF – häufigste Form von sekundärem VHF

Postoperatives Vorhofflimmern (POAF) ist die häufigste Form von sekundärem Vorhofflimmern (VHF) und die häufigste Komplikation nach herzchirurgischen Eingriffen. POAF erhöht die Verweildauer im Krankenhaus und die Kosten und wurde mit einer Vielzahl von negativen kardiovaskulären Ereignissen (einschließlich Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Sterblichkeit) in Verbindung gebracht, obwohl unklar ist, ob dies auf einen kausalen Zusammenhang oder eine einfache Assoziation zurückzuführen ist.

POAF erhöht auch signifikant das Risiko eines erneuten Vorhofflimmerns in den Jahren nach der Operation.

NEU! Frequenzkontrolle ist jetzt die INITIAL – Therapie bei VHF im AKUT – Setting

Herzfrequenz-Kontrolle bei Patient:innen mit VHF ist bei Initialtherapie in der Akutsituation, als Ergänzung zu Therapien zur Rhythmuskontrolle oder als alleinige Behandlungsstrategie zur Kontrolle der Herzfrequenz und zur Verringerung der Symptome empfohlen.

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Wenn ein einzelnes Medikament Symptome/Herzfrequenz bei Vorhofflimmern nicht kontrollieren kann, kombinierte Frequenzkontrolle in Betracht ziehen, sofern Bradykardie vermieden werden kann. Initial leichte Kontrolle der Herzfrequenz mit Ruheherzfrequenz von < 110/min anstreben.

LANDIOLOL (Rapibloc®): SUPER – kardioselektiv und ultrakurz – wirksam

Der ultrakurz wirksame und hochselektive Betablocker Landiolol kann tachykardes VHF sogar bei Patient:innen mit geringer Ejektionsfraktion und akut dekompensierter Herzinsuffizienz sicher kontrollieren – mit begrenzten Auswirkungen auf die kardiale Kontraktilität oder Blutdruck.

CAVE! ESC 2024 – Amiodaron ist nur die letzte Option für Frequenzkontrolle im AKUT – Setting!

Aufgrund seines breiten extrakardialen Nebenwirkungsprofils ist Amiodaron die letzte Option, wenn die Herzfrequenz auch mit einer maximal verträglichen Kombinationstherapie nicht kontrolliert werden kann.
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Referenzen:

2024 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation developed in collaboration with the European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS) European Heart Journal (2024) 00, 1–101 https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehae176

Gaudino M, et al. Postoperative atrial fibrillation: from mechanisms to treatment. Eur Heart J. 2023 Mar 21;44(12):1020-1039. doi: 10.1093/eurheartj/ehad019. PMID: 36721960; PMCID: PMC10226752.

Fachinformation Rapibloc®, aktueller Stand

Weitere Informationen:

Dr. med. Hugo Leodolter
Director Medical Affairs, Austria
hgldltrp-hlthcmAOP Orphan Pharmaceuticals GmbH
www.aop-health.com




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