Herr Dr. Maciej Lech wurde am 17. Mai 1979 in Skarzysko-Kamienna, Polen geboren. Er studierte Biotechnologie an der Jagiellonian Universität in Krakau. Für seine Diplomarbeit kam Herr Lech als Erasmus/Socrates-Stipendiat an die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität und arbeitete im Immunologischen Institut über die NF-κB induzierende Kinase. Ab 2004 setzte er seine wissenschaftliche Ausbildung am Institut für Klinische Biochemie der Medizinischen Poliklinik-LMU in der Arbeitsgruppe von PD Dr. H. J. Anders fort. Seither sind die immunologischen Mechanismen der Progression chronischer Nierenkrankheiten der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit. 2007 promovierte er über das Thema: The func-tion and regulation of single immunoglobulin IL-1-related receptor (SIGIRR) in kidney disease. Seine Promotionsarbeit wurde von der Promotionskommission mit „summa cum laude“ bewertet. Seit 2008 arbeitet Herr Dr. Lech als PostDoc weiter an der Medizinischen Poliklinik und ist Projektleiter im DFG-Graduiertenkolleg 1202 „Oligonukleotide in Zellbiologie und Therapie“ und im fakultätsinternen Promotionsstudiengang „Molekulare Medizin“.
Für seine Forschungsarbeiten ist Herr Dr. Lech 2007 in Essen mit dem Posterpreis der Gesellschaft für Nephrologie und 2008 in Wiesbaden mit dem Young Investigator Award der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin ausgezeichnet worden.
In seiner Promotionsarbeit wurde die Hypothese untersucht, dass die Kontrolle der angeborenen Immunität bei entzündlichen Nierenerkrankungen bedeutsam ist. Es wurden verschiedene endogene Inhibitoren von Toll-like-Rezeptoren (TLR) beschrieben, die Immunaktivierung nach Erkennung exogener oder endogener Gefahrensignale begrenzen. Von diesen Inhibitoren hat Herr Dr. Lech das TIR8-Gen mit seinem Genprodukt SIGIRR (single immunoglobulin IL-1R-related molecule) näher untersucht, v. a. weil SIGIRR von allen soliden Organen in der Niere am stärksten exprimiert ist. SIGIRR ist ein Orphanrezeptor der IL-1R/TLR-Familie mit nur einer einzigen extrazellulären Ig-like Domäne. SIGIRR-defiziente dendritische Zellen zeigen verstärktes TLR-signaling. Herrn Dr. Lechs Arbeiten zeigen erstmals, dass intrarenales SIGIRR nur in dendritischen Zellen funktional ist, denn in renalen Tubulusepithelzellen wird die Funktion von SIGIRR durch eine spezifische Glykosylierung blockiert (Lech M, Kidney Int 72:182-192, 2007). Somit stellt SIGIRR auch einen endogenen Inhibitor der Aktivierung renaler dendritischer Zellen dar, was weitere Untersuchungen zur Bedeutung der renalen dendritischen Zellen bei Nierenerkrankungen ermöglicht. So konnte Herr Dr. Lech erst kürzlich nachweisen, dass SIGIRR die durch intrarenale dendritische Zellen vermittelte entzündliche Reaktion nach renaler Ischämie-Reperfusion unterdrückt und so postischäme Tubulusnekrose und akutes Nierenversagen begrenzen hilft (Lech M, J Immunol 183:4109-4118, 2009). Ob im Umkehrschluss SIGIRR-Mutationen auch ein genetisches Risiko für akutes Nierenversagen darstellen, bleibt abzuwarten.
Mit dem Rainer-Greger-Preis ausgezeichnet wurde zudem Herrn Dr. Lech`s Arbeit zur Rolle von SIGIRR bei der Lupusnephritis. Herr Dr. Lech vermutete eine Rolle von SIGIRR bei der Lupusnephritis, weil TLR-vermittelte Aktivierung von dendritischen Zellen an der Pathogenese der Autoantikörperproduktion und autoimmunen Gewebsschädigung beim SLE beteiligt ist. Um die Frage zu beantworten, ob SIGIRR die TLR-abhängige SLE-Aktivität kontrolliert, hat er zunächst SIGIRR-defiziente Mäuse mit autoimmunen C57BL/ 6lpr/lpr Mäusen verpaart und den Phänotyp von C57BL/6lpr-/-Sigirr+/+ und C57BL/ 6lpr-/-Sigirr-/- verglichen. Die Untersuchungen ergaben, dass eine SIGIRR-Defizienz die Entwicklung der Lupusnephritis über eine vermehrte Aktivierung dendritischer Zellen und B-Zellen erheblich beschleunigte, was mit einer ausgeprägten Hyperproliferation autoreaktiver B- und T-Zellen einherging (Lech M, J Exp Med 205:1879-1888, 2008).
Zusammengenommen zeigen Herrn Dr. Lech`s Forschungsarbeiten, dass eine Kontrolle der Aktivierung dendritischer Zellen - innerhalb wie außerhalb der Niere - bedeutsam ist, um eine unangemessene Aktivierung von Immunreaktionen zu verhindern. Da renale Gewebeschäden oft auf Immunreaktionen beruhen, die sowieso nicht geeignet sind, die Ursache des Problems zu beseitigen (systemische Infektionen oder Autoimmunität als Ursache von Immunkomplexen, Diabetes, Schock) scheinen Faktoren wie SIGIRR für das Ausmaß der daraus entstehenden entzündlichen Nierenschäden besonders bedeutsam zu sein.
Kontakt:
Dr. Maciej Lech
Klinische Biochemie LMU, München
m_lechu@yahoo.com
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