Ausgabe 4/09 

Franz-Volhard-Preis an PD Dr. Hans-Joachim Anders


Herr PD Dr. Hans-Joachim Anders wurde am 20.04.1967 in Göttingen geboren und erhält in diesem Jahr in seiner Geburtsstadt den Franz-Volhard-Preis der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie verliehen. Herr Anders hat an den Universitäten Göttingen und Würzburg Humanmedizin studiert. Nach seiner Promotion über die Rolle der frühen ACE-Hemmung nach experimentellem Myokardinfarkt an der Medizinischen Universitätsklinik Würzburg (Prof. Dr. G. Ertl) setzte er ab 1995 seine klinische Ausbildung an der Medizinischen Poliklinik der Universität München unter Anleitung durch Prof. Dr. D. Schlöndorff ohne Unterbrechung fort. Herr PD Dr. Anders ist Facharzt für Innere Medizin (2001), Nephrologe (2002) und Rheumatologe (2005). Seit 2004 ist er Oberarzt des Nephrologischen Zentrums am Münchner Innenstadtklinikum.

Im Jahre 2003 habilitierte er über das Thema „Chemokine und Chemokinrezeptoren bei entzündlichen Nierenkrankheiten“ und betrieb den weiteren Aufbau seiner wissenschaftlichen Arbeitsgruppe. Unter seiner Leitung arbeitet heute ein internationales Team aus Medizinern, Pharmakologen, Biotechnologen, Biochemikern und Biologen über die Bedeutung des angeborenen Immunsystems bei akuten und chronischen Nierenkrankheiten. Als ein Schwerpunkt wird die Rolle von Chemokinen und Chemokinrezeptoren als mögliche innovative Therapieoption der chronischen Nieren­insuffizienz weiterverfolgt. Hierzu hat die Arbeitsgruppe vielversprechende Studien zur Chemokinblockade bei Lupusnephritis, diabetischer Nephropathie und dem Alport-Syndrom vorgelegt. In einer aktuellen Arbeit beschreibt die Arbeitsgruppe erstmals eine bislang unbekannte Funktion des glomerulär nur von Podozyten produzierten homeostatischen Chemokins SDF-1/CXCL12 bei der diabetischen Glomerulo- sklerose (Sayyed S,  Diabetologia 2009, im Druck). Als ein weiterer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe haben sich die bereits 2001 begonnenen Arbeiten zur Funktion von Toll-like- Rezeptoren bei renalen Entzündungen entwickelt. Hierbei wurde die Rolle von Toll-like- Rezeptoren sowohl bei renalen Infektionen (Pyelonephritis mit E. coli) wie bei durch extrarenale Infekte getriggerter Glomerulonephritis bearbeitet. Vor allem mit Untersuchungen zur Funktion von Toll-like-Rezeptor-7 und -9 bei systemischem Lupus erythematodes hat die Arbeitsgruppe das Konzept der Lupusnephritis als „pseudovirale Erkrankung“ mitgestaltet. Aus diesen Studien entwickelte sich kürzlich ein neues Arbeitsfeld, die Rolle von Typ I-Interferon bei der glomerulären Entzündung, zu dem die Arbeitsgruppe dieses Jahr ihre ersten Ergebnisse in mehreren Arbeiten publiziert hat.

Insgesamt ist das klinisch-immunologische Interesse von Herrn PD Dr. Anders hervorzuheben, das seine Arbeitsgruppe motiviert, die molekularen Mechanismen akuter wie chronischer Formen der renalen Entzündung zu entschlüsseln und hierdurch neue pathogenetische Mechanismen und innovative Therapiestrategien aufzuzeigen.

Herr PD Anders ist für seine Forschungsarbeiten bereits mehrfach ausgezeichnet worden, darunter mit dem Bernd-Tersteegen-Preis der Deutschen Dialysegesellschaft niedergelassener Ärzte (2002), mit dem 1. Young Masters Preis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (2002), mit dem Nils-Alwall-Preis der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Nephrologie (2005), mit dem Hans-U.-Zollinger-Forschungspreis der Gesellschaft für Nephrologie (2006) und mit dem Forschungspreis der Lupus-Stiftung Deutschland (2007).

Kontakt:
PD Dr. H.-J. Anders
Medizinische Poliklinik-Innenstadt
Klinikum der Universität München
hans-joachim.anders@med.uni-muenchen.de

 
 

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