Die Klinik für Intensivmedizin besteht seit 2005 aus dem integrativen Zusammenschluss der 9 IMC- und Intensivstationen des Universitätsklinikums für erwachsene Patienten. Hierzu zählen die operative, herzchirurgische, neurochirurgische, neurologische, kardiologische, medizinische und die interdisziplinäre Intensivstation sowie zwei interdisziplinäre IMC-Stationen.
Das Leistungsspektrum der Klinik umfasst das gesamte Spektrum der intensivmedizinischen Komplexbehandlung von allen konservativen und operativen Fachgebieten einschließlich von PatientInnen mit Polytrauma, Schädelhirntrauma, Organtransplantationen sowie die Behandlung von Patienten mit ARDS und Sepsis. Hierzu verfügt die Klinik über alle modernen Möglichkeiten zur nichtinvasiven und invasiven Diagnostik sowie zum Organersatz (inkl. ECMO, ECLA, Kunstherztherapie und Leberersatztherapie).
Durch die Realisierung eines interdisziplinären Behandlungskonzeptes durch erfahrene Intensivmediziner einerseits und durch die zuweisenden Fachdisziplinen andererseits werden eine hohe fachliche Kompetenz in der Patientenversorgung und eine hohe Behandlungsqualität gewährleistet. Dieses duale Behandlungskonzept ermöglichte zudem den ökonomischen Erfolg durch Leistungssteigerungen bei gleichbleibenden Kosten.
Sieben der 9 Stationen befinden sich im 2009 bezogenen Neubau auf einer Ebene (in unmittelbarer Nähe zum OP, der interdisziplinären Notaufnahme und zum radiologischen Diagnostikbereich) und untermauern das erfolgreiche Strukturmodell der Klinik.
Die Aus- und Weiterbildung der Assistenzärzte erfolgt nach einem festgeschriebenen Curriculum, welches eine 2-4-wöchige Einweisungsperiode und wöchentliche intensivmedizinische Fortbildungen umfasst. Der flexible und bedarfsgerechte pflegerische Personaleinsatz wurde durch die Einführung eines ausschließlich aus fachweitergebildeten Mitarbeitern bestehenden Intensivpflegepools wesentlich vereinfacht. Die Vereinheitlichung der intensivmedizinischen Basistherapie durch verbindliche Standards und SOPs, identische Medizintechnik und ein klinikübergreifendes Patienten-Daten-Management-System zur vollständig elektronischen Akten- und Befundführung sichern die Behandlungsqualität und vermindern die Variabilität.
Das gemeinsame Behandlungskonzept mit Wahrung der gebietsspezifischen Expertise durch jeweilige Spezialisten und die 24h vorgehaltene intensivmedizinische Facharztkompetenz ermöglichen zudem eine hohe Flexibilität in der Bettenbelegung, eine Maximierung der Bettenauslastung und dennoch die ständige Bereitschaft zur Aufnahme von Notfällen. Eine zentrale ärztliche Intensivbettenvergabe und eine zentrale pflegerische Bettenkoordination optimieren hierbei den Patientenfluss im Klinikum.
Die Steigerung der ökonomischen Effizienz konnte zudem durch eine effiziente Lagerhaltung und die gemeinsame Nutzung der Ressourcen erreicht werden. So erfolgen z. B. die Medikamentenversorgung der Intensivstationen durch die Klinikapotheke seit 2009 größtenteils über „unit-dose“ und die Versorgung der gemeinsamen Materiallager im Rahmen einer Modulversorgung durch die Logistik-Servicegesellschaft des Klinikums.
Die Klinik in Zahlen:
Die Klinik für Intensivmedizin umfasst derzeit insgesamt 106 Betten. Im Jahr 2009 wurden in der Klinik 5911 Patienten behandelt, die mittlere Verweildauer betrug hierbei 4,9 Tage, die Zahl der Beatmungsstunden betrug 359.556. In der Klinik arbeiten 12 Oberärzte mit der Zusatzbezeichnung „Spezielle Intensivmedizin“ (4x Gebietsbezeichnung Innere Medizin mit Spezialisierung in Pulmologie, Kardiologie und Infektiologie, 6x Anästhesiologie, 1x Gebietsbezeichnung Neurologie und 1x Neurochirurgie) sowie 64 Weiterbildungsassistenten und Fachärzte. Pflegerisch werden die Patienten von 297 Pflegenden mit einem Fachweiterbildungsanteil von 40% versorgt. Unterstützt werden die Mitarbeiter u. a. durch eine eigene Apothekerin, Dokumentare und eine Study nurse.
Klinische Forschungsaktivitäten bestehen in Kooperation mit den anderen Fachabteilungen des Universitätsklinikums, im Rahmen einer praxis- und patientenorientierten intensivmedizinischen Forschung mit Fokussierung auf die Bereiche Metabolismus/Ernährung, Sepsis/SIRS, therapeutische Hypothermie, Leber- und Lungenversagen, Beatmungsentwöhnung sowie in der Verbundforschung innerhalb des deutschen Kompetenznetzwerks SepNet.
Dr. Gerold Soeffker, Dr. Axel Nierhaus, PD Dr. Stefan Kluge
Klinik für Intensivmedizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
s.kluge@uke.de
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